pexels-photo-57544-large

Zustellung per Drohne

Seit Amazon im Jahr 2013 angekündigt hat, Pakete in Zukunft auch mittels Drohnen zustellen zu wollen, sind die unbemannten Flugobjekte ein wiederkehrendes Thema in der Logistik. Das US-amerikanische Startup Flirtey hat dieser Tage als erstes Medikamente mittels Drohne ausgeliefert. Doch abseits des allgemeinen Hypes um Drohnen in der Logistik bleiben viele praktische Fragen offen.

Flirteys selbst entwickelte Drohne transportierte diese Woche erstmals Blut-, Stuhl- und Urinproben von Land zu einem Schiff vor der Küste und auf dem Rückweg Wasserreinigungstabletten, Insulin und ein Erste Hilfe-Set. Das Startup aus Reno, welches sich als Anbieter von von Drohnen für Medizinlogistik sieht, wollte damit die Anwendbarkeit von Zustellungen mittels Drohnen demonstrieren. Solche Szenarien sind besonders im Katastrophenfall interessant, wenn menschliche Helfer das Festland nicht erreichen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. In diesem Fall sollen dann die Drohnen einspringen.

Bei vielen anderen Anwendungsfällen gibt es aber praktische Hürden zu überwinden. Die maximale Traglast von Drohnen ist begrenzt, ebenso ihre Reichweite beziehungsweise ihre maximale Flugdauer. Die Orientierung und Navigation im offenen Gelände ist eine Herausforderung (besonders bei der Anwesenheit von Hindernissen wie Hochspannungsleitungen). Und schlußendlich ist die Zustellung im innerstädtischen Raum ein ungelöstes Problem – wie etwa kann eine Drohne ein Paket in einem mehrstöckigen Haus zustellen?

Abseits der klassischen Marketingaktionen haben Drohnen aber bereits viele Einsatzgebiete erobert. So werden sie heute bereits erfolgreich in der Landwirtschaft, der Vermessung, der Erstellung von Luftbildaufnahmen, der Inspektion von Leitungen und Pipelines oder im Sicherheitsbereich eingesetzt. Hier hat sich der Einsatz der kleinen Fluggeräte bereits bewährt und als deutlich kostengünstiger als andere Alternativen erwiesen.

Der Siegeszug der Drohnen ist also nicht mehr aufzuhalten. In verschiedensten Bereichen haben Sie ihren Nutzen bereits bewiesen und mit der Weiterentwicklung der Technologie werden sich viele praktische Barrieren relativieren oder als obsolet erweisen. Wir sollten also ab und an den Blick in den Himmel richten. Dort dürfte es bald mehr zu sehen geben als Vögel und Flugzeuge. Um die berufliche Zukunft des Paketboten werden wir uns aber vermutlich noch nicht so schnell Gedanken machen müssen.

Bildquelle & Copyright: Pexels.com

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *